25. August 2018

Keine Altersarmut = gute Arbeit + fairer Lohn

 

 

Der einzig wirksame Weg um Armut im Alter zu verhindern stellt eine gute Arbeit bei fairem Lohn dar. Eine sozial gerechte Arbeitsmarktpolitik muss deshalb zwangsläufig den Kern der Sozialpolitik bilden. Eigentlich einfach nachzuvollziehen, aber leider längst keine Realität. Stattdessen klafft die soziale Kluft immer weiter auseinander und bei mehr als 40 Prozent der Beschäftigten sinken die Reallöhne. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz ist im Niedriglohnbereich angesiedelt, immer mehr Arbeiter stocken mit Grundsicherungsleistungen auf. Viele der Arbeitslosengeld-II-Bezieher sind also gar nicht arbeitslos, sie können nur nicht vom Einkommen leben.
Mini-Jobs sowie andere Teilzeittätigkeiten, Leih- und Zeitarbeit – das sind keine echten Lösungen, sondern eher Teile des Problems. Befristete Stellen sind dabei keinen Deut besser. Sicher, am Anfang ähneln sich die befristeten und unbefristeten Stellen. Doch bei den unbefristeten Stellen bekommen die Arbeitnehmer schon relativ schnell mehr Lohn, die grundlegende Existenzangst wie und ob es nach dem Auslauf weitergehen wird ist sowieso nicht da und man kann dadurch längerfristig planen. Die Aufstiegsmöglichkeiten sowie Weiterbildungsmöglichkeiten bei unbefristeten Stellen sollte man aber auch erwähnen.
„Und gerade deshalb ärgern mich die monatlichen Arbeitslosenstatistiken (die nächste steht in wenigen Tagen an), die gerne als Erfolg der Politik verkauft werden. Dort wird munter schöngerechnet um eine gute Beschäftigungslage herbei zu dichten, statt das Hauptproblem klar zu benennen.“, so Andreas Neumann, stv. Landesvorsitzender DIE LINKE. Saar. „Sicher bekommt man durch das Schönrechnen weniger Arbeitslose ausgewiesen. Doch es geht auch oder vor allem um die Verdiensthöhe. Denn wer wenig verdient, sich von Befristung zur Befristung schleppt, zahlt selbstredend weniger in die Rentenversicherung ein und kann noch weniger privat vorsorgen. Die Folge ist dann die Gefahr der Altersarmut. Und diese trifft immer mehr. Der gesetzliche Mindestlohn soll in 2019 9,19 Euro, in 2020 9,35 Euro betragen. Doch um eine halbwegs armutsfeste Rente zu erhalten, müsste der Mindestlohn 12 Euro/Stunde betragen. Da klafft ein Unterschied zwischen dem was gesetzlich vorgeschrieben wird zu dem was tatsächlich benötigt wird von fast 3 Euro. Statt Zahlenspielereien braucht es endlich ehrlicher Berechnungen und dementsprechend angepasster Regelungen - halt einer wirklich sozial gerechte Arbeitsmarktpolitik.“

 


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